Die große Auszeit

Am 16. März beschlossen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten ein Papier, in dem sie die Verbote für Deutschland vereinheitlichten. Zwar gibt es von Land zu Land im Detail immer noch unterschiedliche Verbote, doch im Großen und Ganzen folgen alle einer Linie. Diese Verbote würde man in einer funktionierenden Demokratie hinterfragen, aber unter dem Eindruck von Corona gilt das Mantra von der „Stunde der Exekutive“. Für den Blog „Achse des Guten“ habe ich dazu jetzt noch einen Meinungsbeitrag publiziert.

Es liegt in der Natur solcher politischen Vereinbarungen, dass man von dem Einmal-Beschlossenen schwer wieder abrückt, weil das Moment der Einigung mehr wiegt als alles andere. Insofern sind Versuche wie dieser ehrenwert, aber ob sie Politiker beeindrucken, ist wohl fraglich.

Die übergroße Mehrheit der Verbände und Vereine, deren Vorsitzende und deren Mitglieder stellt sich hinter die Maßnahmen der Regierung. Der DGV und die Golfclubs sind da keine Ausnahme. Jeder möchte solidarisch sein, keiner will aus der Reihe tanzen. Der Infektionsschutz hat auch eine moralische und symbolische Komponente. Ganz Deutschland spielt jetzt im Club Corona United. Insofern gab es auch in der von mir moderierten Sendung SWR2 Forum über Sport und Corona viel Verständnis für die momentane Strategie.

SWR2 Forum vom 03.04.2020 über Sport in Zeiten von Corona

Da das Golfglück bis auf weiteres vertagt ist und bleiben wird, empfehle ich für die Tage und Wochen der Enthaltsamkeit ein gutes Buch, kein Golfbuch natürlich – denn das wäre unnötige Selbstquälerei in der Selbstisolation.

Elias Canetti „Macht und Masse“ lohnt eine Wiederentdeckung. Und, wer es noch nicht kennt, Albert Camus „Die Pest“. In beiden Werken finden sich wertvolle Anregungen, die helfen können, die jetzige Krise besser zu begreifen.

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