Wie gut muss man golfen können?

Eigentlich ist das Handicap eine feine Idee. Es gleicht unterschiedliche Spielstärken rechnerisch aus und führt dazu, dass sich bessere und schlechtere Golfer im Wettspiel einigermaßen vergleichen können. Karl Marx, der kein Golfer war, wäre begeistert. „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen.“ Bitte nicht weitersagen, aber auf dem Golfplatz gilt das sozialistische Leistungsprinzip.

Golf am Kiosk

Wie gut soll man, kann man müsste man golfen können. Die GOLFTIME empfiehlt in der aktuellen Ausgabe gerade, man möge sich doch an Dustin Johnson orientieren. Das ist sicher lieb gemeint, aber ist es auch praktikabel? Zumal im fortgeschrittenen Alter, wenn man neben Golf auch ein paar Lebenserfahrungen zu schätzen gelernt hat?

Tatsächlich ist der Golfer nie mit seinem Handicap zufrieden. Meist ist es zu gut, für seine Tagesform oder zu schlecht. Ein gutes Handicap ziert das Ego, verhindert aber den Turniererfolg, was wiederum dem Ego nicht so gut tut. Es gibt aber auch jene, die ihr Handicap „schonen“, um dann im Turnier aufzutrumpfen und den ehrlichen Golfern die wertvollen Preise vor der Nase wegzuschnappen.

Eugen Pletsch, Foto: O. Hardt 2016

Am besten, man versucht das Handicap ein wenig zu ignorieren, so wie hier bei achgolf. Ein wahrer Meister im Hinterfragen golferischer Schwächen ist der hier schon einmal erwähnte Eugen Pletsch. Pletsch stellt derzeit aus dem Schatz seiner Golfkolumnen eine Sammlung für ein neues Buch zusammen. In diesem Podcast präsentiere ich ältere Texte. Nur so nebenbei: Golftexte altern nicht.

Zitate mit freundlicher Genehmigung des Autors

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