Hier begann Profigolf in Deutschland

Im Sport zählt – wie im Theater – immer nur die letzte Vorstellung. Und natürlich die nächste. Sportler sind meist sehr vergesslich, wenn es um die Vergangenheit geht. Dabei sind einige Geschichten ganz schön spannend.

So begann Golf als Profisportart in Deutschland gegen den Willen des Deutschen Golfverbandes. Das erste Profiturnier 1911 war eine Eigensinnigkeit des Golfclubs Baden-Baden und der Stadt. Im Grunde war es eine Marketing-Maßnahme für den Kurort, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Reichen, sie Sehr-Reichen und die Adligen anzog.

Das Gewerbegebiet links vom Bahnhof liegt auf golfhistorischem Boden

In diesem Podcast besuche ich den Ort, an dem 1911 Harry Vardon einen Weltrekord spielte und 1912 John Henry Taylor das höchste Preisgeld aller Zeiten kassierte.  Zwei der damals größten Golfer der Welt in einem Land, in dem kaum jemand wusste, was Golf eigentlich ist.

Der erste Golfplatz in Baden-Baden heute. Wie bei der German Open 1912: „zeitweiliges Wasser“

Unbedingt hörenswert: Taylors Beschreibung von ziemlich katastrophalen Runden bei der 2. German Open. Im zweiten Teil des Podcasts verlassen wir den Ursprungsort und des Profigolfs in Deutschland und schauen uns den heutigen Platz an. Auch hier wurde vor dem 2. Weltkrieg noch „Golfgeschichte“ geschrieben.

Der Platz in Baden-Baden heute: Immerhin Schauplatz einer German Open und eines Olympischen Golfturniers

Mitte/Ende der Zwanziger Jahre konnte man mit dem Zeppelin nach Baden-Baden reisen. Da war der Golfplatz im Weg. Die Landefläche war gleich beim Bahnhof, von dort ging es weiter mit der Bahn in die Innenstadt. Der dortige Bahnhof ist heute das Festspielhaus.

Der Umzug in den Schwarzwald hat das Spiel zweifellos interessanter gemacht. Meistens steht man irgendwo auf schrägem Gelände. Und dann muss man auch noch sehr präzise spielen.

Richtig geeignet war der Platz im Stadtteil Oos draußen vor der Stadt eigentlich nie. Bei Sonnenschein knüppelhart, bei Regen matschig. Der neue Platz ist nicht frei von diesen Qualitäten, aber doch angenehmer zu spielen. Das bestrafende Design wurde über die Jahre ein wenig entschärft, so dass die Bälle heute eine gute Chance haben, durchgängig auf der Spielbahn zu bleiben.

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