Volkssport Jammern

Ende April 2020, Corona hat uns alle voll im Griff. In einigen Bundesländern darf man spielen, in anderen nicht, und in Bremen gibt es einen Club, auf dem darf man nur auf neun der 18 Löcher spielen, weil die eine Hälfte des Geländes im Land Bremen liegt und die andere in Niedersachsen. Wie schön war es früher, als man sich noch über Probleme aufregen durfte, die das eigene Erkenntnisvermögen nicht überstiegen.

Das Beschwerdebuch – da ist noch Platz frei!
Eine Episode aus dem Band „Golf am Kamin“ von Bernhard von Limburger

Corona-Golf im Garten

Okay – was bleibt einem übrig? Einfach weitermachen. Da meine Tochter kein Golf spielt, haben wir uns für ein mixed game entschieden.

Humor historisch

Der kürzeste Golfwitz: Ich glaub‘, ich kann’s. Ein paar mehr gibt es in dem folgenden Kapitel. Wie so viele Beiträge in diesem Podcast sind sie von dem unermüdlichen Geschichtenerzähler und -sammler Bernhard von Limburger zusammengetragen worden. Ein bisschen Humor für die Corona-Geschädigten.

Soo’n Bart – Golfwitze historisch

Platzverbot? Nicht für uns!

Ostern 2020. Das Gras ist noch grüner. Aber selbst in Großbritannien sind jetzt die Golfplätze geschlossen, wobei es die Briten in Sachen Corona deutlich schlimmer trifft. Dort soll man sich in den eigenen vier Wänden kasernieren. Der Aufenthalt an der frischen Luft gilt als Angriff auf die Arbeitsfähigkeit des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS.

In diesem Podcast gibt es zur Erbauung in schwierigen Zeiten eine Geschichte aus der guten alten Zeit, verfasst von Bernhard von Limburger. „Tierisches Golf“ aus dem Sammelband „Golf am Kamin“. Diese Geschichte gibt es hier erstmals und exklusiv als Podcast. Ich hatte nach dem Hörbuch „Geliebtes Golf“ von BvL angefangen, den nächsten Band zu vertonen. Viel Vergnügen beim Hören und Frohe Ostern.

Tierisches Golf von B. von Limburger

Die große Auszeit

Am 16. März beschlossen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten ein Papier, in dem sie die Verbote für Deutschland vereinheitlichten. Zwar gibt es von Land zu Land im Detail immer noch unterschiedliche Verbote, doch im Großen und Ganzen folgen alle einer Linie. Diese Verbote würde man in einer funktionierenden Demokratie hinterfragen, aber unter dem Eindruck von Corona gilt das Mantra von der „Stunde der Exekutive“. Für den Blog „Achse des Guten“ habe ich dazu jetzt noch einen Meinungsbeitrag publiziert.

Es liegt in der Natur solcher politischen Vereinbarungen, dass man von dem Einmal-Beschlossenen schwer wieder abrückt, weil das Moment der Einigung mehr wiegt als alles andere. Insofern sind Versuche wie dieser ehrenwert, aber ob sie Politiker beeindrucken, ist wohl fraglich.

Die übergroße Mehrheit der Verbände und Vereine, deren Vorsitzende und deren Mitglieder stellt sich hinter die Maßnahmen der Regierung. Der DGV und die Golfclubs sind da keine Ausnahme. Jeder möchte solidarisch sein, keiner will aus der Reihe tanzen. Der Infektionsschutz hat auch eine moralische und symbolische Komponente. Ganz Deutschland spielt jetzt im Club Corona United. Insofern gab es auch in der von mir moderierten Sendung SWR2 Forum über Sport und Corona viel Verständnis für die momentane Strategie.

SWR2 Forum vom 03.04.2020 über Sport in Zeiten von Corona

Da das Golfglück bis auf weiteres vertagt ist und bleiben wird, empfehle ich für die Tage und Wochen der Enthaltsamkeit ein gutes Buch, kein Golfbuch natürlich – denn das wäre unnötige Selbstquälerei in der Selbstisolation.

Elias Canetti „Macht und Masse“ lohnt eine Wiederentdeckung. Und, wer es noch nicht kennt, Albert Camus „Die Pest“. In beiden Werken finden sich wertvolle Anregungen, die helfen können, die jetzige Krise besser zu begreifen.

Sportive distancing

Die Diskussion um die Seitenaspekte der Corona-Krise nimmt langsam an Fahrt auf. Auch der Reha-Sport ruht, mit fatalen Folgen für die Betroffenen. Dass Golf eigentlich gegen die meisten Katastrophen immun ist, weiß man spätestens seit dem II. Weltkrieg, als es auf englischen Plätzen Sonderregeln für Kriegseinflüsse gab. So durfte man etwa Bälle, die in einem Bombentrichter gelandet waren, entnehmen und straffrei droppen.

Die Golfpost, bislang ein eifriger Befürworter von Golfplatzschließungen, scheint ihren Standpunkt langsam zu überdenken. Sehr lesenswert: eine erste Initiative von Golfclubs, die sich tatsächlich für den Golfsport in Zeiten von Corona einsetzen.

Und wenn Sie auf den Link hier klicken, finden Sie eine interessante Recherche über Outdoor-Sport und Corona, die Moritz Hirn im Badischen Tagblatt publiziert hat. Darin geht es auch um Golf, aber nicht nur. Dazu hat er freundlicherweise auch mit mir gesprochen.

Last not least, noch ein Hinweis. Am Freitag, 3. April moderiere ich eine Diskussion dreier Experten im Kulturradio SWR2. Live um 17.05 Uhr oder als Podcast, wo immer es gute Podcasts gibt. Carl Dohmann sieht gerade seinen Traum von Olympia in Japan platzen. Prof. Schneider ist ein Experte für Sport in der Isolation, er forscht u.a. über Astronauten und Polarforscher. Er hängt corona-bedingt gerade in Australien fest. Und Thomas Kistner ist überhaupt ein kluger Kopf.

Die große Auszeit – Wie kommt der Sport wieder in Bewegung?

Es diskutieren:
Carl Dohmann, Geher, Freiburg
Thomas Kistner, Sportjournalist, Süddeutsche Zeitung, München
Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider, Deutsche Sporthochschule Köln
Moderation: Thomas Ihm

Keine Fußballspiele, keine Olympischen Spiele – Corona macht kurzen Prozess mit dem Sport. Spitzenathleten und Fußballmillionäre werden in die Zwangspause geschickt. Die Wettbewerbe ruhen. Und das Publikum bleibt draußen.

Dieser Stillstand im Profisport kostet Milliarden. Doch auch der Breitensport leidet. Sämtliche Sportanlagen sind geschlossen, drinnen wie draußen. Selbst dort, wo das Trainieren einer Sportart unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich wäre, ist dies verboten. Dabei sind sich alle einig, dass sportliche Betätigung sinnvoll und gesund ist, gerade, wenn einem sonst die Decke auf den Kopf fällt.