Bobby Jones‘ Lektionen

Bobby Jones (1902 – 1972) war unter den großen Golfern einer der Allergrößten.  Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, wie sehr sich unser Wissen über Golf von dem der Briten und Amerikaner unterscheidet, braucht nichts weiter tun, als sich neben der deutschsprachigen Wikipedia-Seite auch mal die englische Version anzuschauen.

Nach seinen aktiven Jahren als Amateur (er war nie Profi) nahm Jones einen Auftrag als „Golflehrer“ für verschiedene Lehrfilme an. Diese liefen damals im Vorprogramm der Kinos. Und in den letzten Jahren sind sie nach und nach wieder bei Youtube aufgetaucht.

Bobby Jones‘ Schwung war unglaublich ästhetisch. In den Filmen versucht er zu erklären, wie ihm das gelingt. Hier zum Beispiel dem damals sehr beliebten und berühmten Komiker W.C. Fields.

In dieser Folge geht es um ein paar technische Details beim Üben.

Der Slice ist eine Krankheit, die sich nur schwer kurieren lässt – schon damals:

Eine der lustigsten Folgen aus „How I Play Golf“ ist zweifellos die über den Niblick, also dem Vorläufer des Sandwedge.

Es gibt noch sehr viel mehr. Youtube ist eine wahre Fundgrube für historische Golfaufnahmen. Und wem die vorige Folge über die ältere Golfliteratur gefallen hat, dem werden auch diese Aufnahmen gefallen. Es reicht einfach, einen berühmten Namen in die Suchmaske einzugeben.

Wer gezielt nach alten Nachrichtenfilmen, kleineren dokumentarischen Aufnahmen o.ä. suchen möchte, dem empfehle ich neben Youtube gern BRITISH PATÉ.

Der lesende Golfer

„Wer schreibt, der bleibt“, heißt es. Allerdings werden auch Bücher und Autoren gern vergessen – kein Wunder, bei der Unzahl an Büchern, die Jahr für Jahr erscheinen. In diesem Podcast geht es um ein Phänomen, das nur durch die Abwesenheit von Internet, Pay-TV und Billigfliegern erklärbar ist: die Golflektüre. Früher, also vor der Erfindung von Internet, Pay-TV und Billigfliegern war das Lesen die einzige Möglichkeit, auch im Winter bei Schnee und Regen und Frost irgendwie die Verbindung zum Spiel zu halten.

Der erste deutschsprachige Autor, der sich an Golf herantraute, war eigentlich mehr ein Sportpionier und weniger ein Autor. Jedenfalls ist die Lektüre des Golfbuches von Philip Heineken eher ein sporthistorisches denn literarisches Vergnügen.

Dieser Podcast präsentiert Heineken auf unterhaltsame Art. Und weil wir gerade dabei sind, gibt es eine kleine Blütenlese aus der bunten Welt der historischen Golfliteratur.

Golf zum Zählen, Feiern und Gendern

Berühmt, beliebt und besonders – der Herzogliche Golfclub Oberhof war alles.  Aber Thüringen war viele Jahre lang, wie überhaupt die gesamte DDR kein Ort, wo gegolft wurde. Die Kader trafen sich zwar zur Jagd, was darauf hindeutet, dass nicht alles, was als großbürgerlich gilt, von den Kommunisten abgelehnt wurde. Aber beim Golfen sah man Honecker und Mielke nie. Die Golfplätze in der DDR wurden 1951 platt gemacht. Der letzte war der Herzogliche Golfclub Oberhof.

Bernhard von Limburgers Beschreibungen sind da eine Reportage in eine Golfwelt, die untergegangen ist und nicht wieder auferstehen wird. Dann macht er sich Gedanken ob Golf ein Herr oder eine Dame ist. Wir ahnen schon, mit solchen Betrachtungen hat man sich wahrscheinlich beim Kaminfeuer im Oberhofer Clubhaus die Zeit vertrieben.

Golfer in Oberhof, Quelle http://www.herzoglicher-golfclub.de/index.html

Das erste Kapitel über das Zählen, bzw. die kreative Gestaltung von Scorekarten ist jedoch von ungebrochener Aktualität.

Hier begann Profigolf in Deutschland

Im Sport zählt – wie im Theater – immer nur die letzte Vorstellung. Und natürlich die nächste. Sportler sind meist sehr vergesslich, wenn es um die Vergangenheit geht. Dabei sind einige Geschichten ganz schön spannend.

So begann Golf als Profisportart in Deutschland gegen den Willen des Deutschen Golfverbandes. Das erste Profiturnier 1911 war eine Eigensinnigkeit des Golfclubs Baden-Baden und der Stadt. Im Grunde war es eine Marketing-Maßnahme für den Kurort, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Reichen, sie Sehr-Reichen und die Adligen anzog.

Das Gewerbegebiet links vom Bahnhof liegt auf golfhistorischem Boden

In diesem Podcast besuche ich den Ort, an dem 1911 Harry Vardon einen Weltrekord spielte und 1912 John Henry Taylor das höchste Preisgeld aller Zeiten kassierte.  Zwei der damals größten Golfer der Welt in einem Land, in dem kaum jemand wusste, was Golf eigentlich ist.

Der erste Golfplatz in Baden-Baden heute. Wie bei der German Open 1912: „zeitweiliges Wasser“

Unbedingt hörenswert: Taylors Beschreibung von ziemlich katastrophalen Runden bei der 2. German Open. Im zweiten Teil des Podcasts verlassen wir den Ursprungsort und des Profigolfs in Deutschland und schauen uns den heutigen Platz an. Auch hier wurde vor dem 2. Weltkrieg noch „Golfgeschichte“ geschrieben.

Der Platz in Baden-Baden heute: Immerhin Schauplatz einer German Open und eines Olympischen Golfturniers

Mitte/Ende der Zwanziger Jahre konnte man mit dem Zeppelin nach Baden-Baden reisen. Da war der Golfplatz im Weg. Die Landefläche war gleich beim Bahnhof, von dort ging es weiter mit der Bahn in die Innenstadt. Der dortige Bahnhof ist heute das Festspielhaus.

Der Umzug in den Schwarzwald hat das Spiel zweifellos interessanter gemacht. Meistens steht man irgendwo auf schrägem Gelände. Und dann muss man auch noch sehr präzise spielen.

Richtig geeignet war der Platz im Stadtteil Oos draußen vor der Stadt eigentlich nie. Bei Sonnenschein knüppelhart, bei Regen matschig. Der neue Platz ist nicht frei von diesen Qualitäten, aber doch angenehmer zu spielen. Das bestrafende Design wurde über die Jahre ein wenig entschärft, so dass die Bälle heute eine gute Chance haben, durchgängig auf der Spielbahn zu bleiben.

Putter, Regeln, Emotionen

In dieser Episode von achgolf gibt es drei weitere Geschichten von Bernhard von Limburger, ein Auszug aus meinem Hörbuch.

Der Putter

Zunächst geht es um den Putter, dem wohl bedeutendsten Schläger überhaupt – auch wenn die anderen mehr Spaß machen. Im nächsten Kapitel geht es um die Schwierigkeit, zwischen Regelversessenheit und Wettleidenschaft seinen Standort zu finden. Schlussendlich räumt Limmy mit der Legende auf, dass früher alles besser war. Oder vielleicht war es ja doch besser? Jedenfalls durfte man früher auf der Wiese voll den Wüterich rauslassen. Wer traut sich das heute noch. Wie immer dazu ein kleines Vorwort. 

In einer der nächsten Folgen dieses Podcasts möchte ich einen anderen Erzähler vorstellen, der ähnlich unterhaltsam, ironisch und liebevoll über Golf schreibt, wie Bernhard von Limburger. Eugen Pletsch hat in Büchern und Golfzeitschriften mit seinen Kolumnen und Beobachtungen ein sympathisches Gegengewicht zur Welt der Chichi- und Blingbling-Golfer geschaffen. Seine Seite Cybergolf ist immer einen Besuch wert.

Von Golfern und Sammlern

Teil 2 meines Projektes „Kultur des Golfens“. In diesem Podcast gibt es zwei Reportagen. Ich besuche St. Andrews und die St. Andrews Golf Company. Hier werden an alten Maschinen nach alten Vorbildern Golfschläger gefertigt. Gleichzeitig kann man sich hier auch moderne Schläger fitten lassen, aber eindeutig spannender sind die Hickories. Danach spreche ich mit Christoph Meister und Andrew Gauld, zwei Sammlern mit einer ausgezeichneten Expertise. Dazwischen zwei Episoden aus Golf in 100 Sekunden, diesmal über Vorurteile und Accessoires. 

Die Kultur des Golfens, Kap. 3 und 4

Bitte weiterempfehlen

Die Podcasts hier sind auf den üblichen Podcast-Portalen zu haben. Einfach „achgolf“ in die Suchmaske eingeben. Oder direkt hier hören, bei ach.golf. (Eine Internetseite ohne .de oder .com sondern einfach nur .golf, das war einfach zu verführerisch. Der Einfachheit halber habe ich bei den Podcast-Portalen dann aber auf den Punkt verzichtet.) Spotify entwickelt sich immer mehr vom Musikdienst zum Podcast-Portal. Aber auch bei I-Tunes oder Podcast.de ist achgolf dabei.

Wenn Ihnen mein Podcast gefällt, empfehlen Sie ihn bitte weiter. Im Laufe der Zeit werden viele weitere Folgen dazukommen. Ich denke auch daran, Gastautoren (oder heißt das jetzt Gast-Podcastern?) hier ein Forum zu geben.

Die Liste an sozialen Medien wird leider immer länger: Facebook, Youtube, Instagram, Twitter, Google Plus – würde man die alle fleißig bedienen, bliebe für das Podcasten kaum noch Zeit. An Facebook kommt keiner vorbei, aber hier spielt die Musik.

Der Ball, der Profi, der Partner

Drei weitere Kapitel aus der Sammlung „Geliebtes Golf“ von Bernhard von Limburger. Ich weiß nicht, ob „Limmy“ den britischen Autor P.G. Wodehouse kannte. Wodehouse ist eine Institution der Britishness, aber nur wenige seiner Bücher wurden ins Deutsche übersetzt. Die Geschichtensammlungen „The Clicking of Cuthbert„, „The heart of a Goof“ oder „The Golf Omnibus“ gehören leider nicht dazu.

Ich bin mir aber sicher, dass von Limburger Autoren wie Wodehouse zum Vorbild nahm, um dann seinerseits über Golf zu schreiben – mit Humor, Spaß, Selbstbeobachtungsgabe und Selbstironie. Typisch britisch eben (wir denken jetzt mal einen Moment lang bitte nicht an den Brexit).

Golfpartner

Der Golfsport hierzulande hat meiner Ansicht nach zwei fatale Fehler gemacht, die uns bis heute zu schaffen machen. Zum einen hat er sich als Sport für Besser- und Bestverdienende etabliert. An dem Vorurteil, ein Sport für Snobs zu sein, wird sich auf Dauer kaum etwas ändern. Und dann hat man eine kulturell geschrumpfte Version von Golf übernommen, und die an Einsichten und Ansichten so reiche Welt des Golfens, die sich in unzähligen Geschichten und Anekdoten ausdrückt, links liegen lassen.

Bernhard von Limburgers Schuld ist das nicht. Er hat getan, was er konnte, um Golf erzählend zu vermitteln. Hier sind weitere drei Kapitel aus seinem ersten Buch.

Drei Kapitel aus „Geliebtes Golf“: Der Ball, Fünf Löcher und Partners Freud und Leid

Hickory

Das Badische Tagblatt hat im April 2018 für einen Artikel über Hickory die wunderbare Schlagzeile gefunden: Aus einem anderen Holz. Hickory, ein Nussbaum, lieferte bis in die 1930er Jahre hinein das Material für die Schäfte der Golfschläger. Der legendäre Bobby Jones spielte Zeit seines Lebens mit den s.g. Hickories. Aber Hickory kann so viel mehr und ist so viel mehr – u.a. ist der Baum resistent gegen den Klimawandel, was ihn wiederum für die Förster interessant macht.

Hickory im Herbst

Über einen Freund von der German Hickory Golf Society hörte ich von einem Forschungsprojekt der Universität Wien und erfuhr, dass ein paar Bäume nicht weit von meinem Wohnort Baden-Baden entfernt wachsen.

Die Recherche führte mich ins letzte Jahrhundert bis zu einer Förstersfrau, die zeitweise Abgeordnete des Reichstags war und sich den Frust über ihren Wüterich von Gatten in einem Roman vom Leibe geschrieben hatte. Und auf der Schwäbischen Alb traf ich einen Jungunternehmer, in dessen Gewächshaus Pflanzen für die Zukunft wachsen, die geeignet sind, dem Klimawandel auszuhalten – darunter eben auch Hickory.

So nimmt die Geschichte von Hickory-Golf ausgehend ihren Weg. Ich habe den Stoff für SWR2 als Feature veröffentlicht. Ein Podcast, nicht nur für Golf-Interessierte

Zeitwort Golfregeln zum 7. März

Eine beliebte Rubrik bei SWR2 ist das Zeitwort. Anders als bei anderen Serien, die an historische Ereignisse erinnern, kommt es hier auf den Tag und nicht auf das Jahr an. Für die Autoren ist das SWR2-Zeitwort eine schöne Gelegenheit, sich abseits der aktuellen Themen mit Geschichten aus der Historie zu beschäftigen.

Golf, viel zu selten im Radio

Am 7. März 1744 entstanden die allerersten Golfregeln. Dieses Stück ist nur wenige Minuten lang und natürlich für ein Publikum verfasst, das von Golf wenig oder gar nichts weiß. Die Redakteurin wusste von meinem Faible für Golf.

SWR2-Zeitwort über die ersten Golfregeln, gesendet am 7. März 2019