Die Kultur des Golfens

Wenn man erst mal anfängt, lässt es einen nicht mehr los. Bei mir weitete sich die Begeisterung am Spiel bald zu einer Sammelleidenschaft aus. Zum Glück gelang es mir, den Kauf von Golfmemorabilia, Golfsouvenirs, sinnfreiem Golfzubehör, Golfschlägern usw. auf ein Minimum zu reduzieren. Ich sammele lieber immaterielle Dinge: Geschichten, Erinnerungen, Abenteuer. „Die Kultur des Golfens“ war ein Projekt, verschiedenen Spuren des Spiels nachzugehen. U.a. zum legendären R&A in St. Andrews. Hier folgt der erste Teil dieser Sammlung.

Kapitel 1 und 2

Den Old Course in St. Andrews habe ich das erste Mal mit meinen Hickory-Schlägern gespielt. Der Wind blies streng. Der Hagel war leichter zu ertragen, als der Regen, weil die Hagelkörner so schön an der Kleidung abprallten. Gelegentlich blies eine Böe den Ball weg, oder machte aus meiner Schwungvorbereitung ein Schwanken. Die Marshalls schauten milde auf meine Antiquitäten. Und am 18. spielte ich endlich ein Par. Auf dem Weg zum Grün traf ich auf der Swilken Bridge Tom Watson (u.a. fünfmaliger Sieger der British Open). Und weil Watson gerade den Claret Jug dabei hatte (für ein Fotoshooting für die bevorstehende Open), habe ich schnell ein Selfie mit ihm und der weltberühmten Trophäe gemacht. Was für ein Tag!

Der Sieger, die Rotweinkanne und der Podcaster

Limmy

Bernhard von Limburger ist ein heute fast vergessener Name. Zu unrecht. Er war Deutschlands erster Golfprophet, Golferzähler, Golfmissionar und hauptberuflich dann auch Golfplatzarchitekt. Eine Vielzahl von Plätzen trägt seine Handschrift.

Seine Geschichten, die er seit den 50er Jahren schrieb, sind eine Wiederentdeckung wert. Als Radiojournalist spürte ich gleich, dass man diese Erzählungen hören muss. Sie zu lesen ist nur das halbe Vergnügen.

Ich habe „Geliebtes Golf“, den ersten Band seiner Trilogie, als Hörbuch publiziert. 4 CDs mit rund 4 Stunden Audio. Und dann passierte das, was im Golfmarkt wohl häufiger passiert. Das Hörbuch fand viele Fans, aber nicht genügend Käufer.

Davon profitiert jetzt dieser Podcast – denn Limmys Geschichten sind einfach zu schön, um vergessen zu werden.

Bernhard „Limmy“ von Limburger, ein Einstieg in seine Erzählungen

Ein Golfjahrhundert

Man kann Golf als Spiegelbild der Gesellschaft sehen. Man findet im Golf manches, was auch außerhalb des Golfplatzes Orientierung, Hilfe und Haltung gibt. Golf ist ein charaktervolles Spiel. Davon erzählen die Geschichten diese Podcasts. Diese Episode ist zum Teil ein „Best of“ dessen, was folgt.

Reportagen, Recherchen, Interviews – ein „Best of“ der kommenden Podcasts

Dieses Hörbuch hat Christophe Speroni freundlicherweise kurz nach seiner Fertigstellung für seine Seite golfstun.de bei Youtube eingestellt

Und es beginnt

„Schließe Deine Augen – zähle langsam von 10 rückwärts nach 1. Mit jeder Zahl wirst Du ruhiger. Jetzt bist Du für den Golfschwung bereit.“ Zwei Dinge wird es in diesem Podcast definitiv nicht geben. Mentaltipps, die lebensgefährlich sind, wenn man sie als Fahrer auf der Autobahn ausprobiert. Und dieses dauernde Geduze. Ich bin mit den meisten Menschen meines Umkreises per Du. Aber im Allgemeinen schätze ich ein höfliches Sie. Worum geht’s? Hier kommt eine kleine Einführung.

Ein paar Worte an die Hörer

WARUM EIN PODCAST, WARUM OHNE HANDICAP-VERBESSERUNG?

Golf ist ein Spiel der Geschichten. In Großbritannien und Irland weiß das jeder. In Deutschland denkt man da eher an fehlerverzeihende Schläger, GPS-Uhren, Titan-Caddies mit elektrischem Antrieb, 400 € teure Driver und dergleichen mehr. Zweifellos handelt es sich da um magische Gegenstände, deren einziger Daseinszweck die Verbesserung des Handicaps ist. Als ob das so wichtig ist.

Gelegentlich hört man dann das Stichwort „Spirit of the Game“. Irgendwo wohnt im Golf der Geist oder die Seele des Spiels. Aber was ist das?

Im Golf kann einem alles begegnen, was einem auch im richtigen Leben begegnen kann, insbesondere Psychologie, Philosophie, Soziologie, Wettbewerb, Offenbarung oder Niederlage. Und dazu die Fähigkeit, das alles zu sortieren und in einen Bezug zueinander zu bringen. Das ist nicht kompliziert, mit der Lust zum Erzählen und ein paar Anekdoten bekommt man das Phänomen Golf leicht in den Griff.

Vielleicht gelingt dann auch eine Handicap-Verbesserung – auf jeden Fall kann man das Spiel mit dem Spirit of the Game befreit und befriedigend genießen – gerade auch dann, wenn der Ball mal in die falsche Richtung fliegt.

Ein paar der Geschichten, die Sie hier hören, stammen von Bernhard von Limburger, einem Golfpionier und -erzähler der Nachkriegszeit. Ich habe Sie für ein Hörbuch eingesprochen. Dazu kommen eigene Recherchen und Reportagen.

Ich bin Journalist, arbeite beim Kulturradio SWR2 und beschäftige mich in der Regel mit politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen. Golf ist mein Hobby, auf dem Platz und jetzt auch als Podcast.

Viel Spaß bei meinem Blog ach.golf, Ihr Thomas Ihm